Diese Einführung wird Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Stimme mit Overtone Analyzer aufnehmen und visualisieren. Wenn Sie noch keine Ahnung haben, was Sie mit Overtone Analyzer machen sollen, ist diese Anleitung der richtige Anfang. Sie wird Ihnen auch zeigen was die wichtigsten Elemente der Programmoberfläche von Overtone Analyzer sind, und wie sie benutzt werden. Dabei wird hier jedoch nur ein kurzer Überblick gegeben. Ausführlichere Erklärungen für alles finden sich dann in der Programmreferenz.
Vorbereitung
Um dieser Anleitung zu folgen sollten Sie gemacht haben:
- Sie haben Overtone Analyzer auf Ihrem Computer installiert.
- Sie haben ein funktionierendes Mikrofon an den Mikrofoneingang Ihrer Soundkarte angeschlossen. Wenn sie noch kein Mikrofon haben, oder ein besseres kaufen wollen, können Sie sich auch unseren Mikrofonführer anschauen.
Konfiguration
Starten Sie das Programm. Das Hauptfenster von Overtone Analyzer sollte nun ungefähr so aussehen:

Ganz oben sind das Menü und die Symbolleisten. Darunter ist die Zeitleiste, die noch leer ist, weil ja noch keine Aufnahme gemacht wurde. Darunter sind, von links nach rechts: Die Notenlinienansicht, die Klaviertastatur, die Frequenzskala, und die ebenfalls noch leere Analyzer Ansicht. Die rote Linie in der Mitte ist ein Obertonschieber.
Aufnahmequelle auswählen
Klicken Sie im Menü Extras auf Einstellungen um das Einstellungs Dialogfeld zu öffnen. Wählen Sie nun in der linken Spalte den Eintrag Audioeinstellungen aus. Dort sollten Sie nun das Mikrofon als Aufnahmequelle auswählen:

Manche Soundkarten bieten die Option an, die Eingangslautstärke des Mikrofons etwas anzuheben. In diesem Fall wird die Option Mikrofon-Verstärker neben der Aufnahmelautstärke angezeigt und sollte meistens auch aktiviert sein.
Stellen Sie den Regler für die Aufnahmelautstärke in die Mitte. Dann schauen Sie auf das Feld Aktive Audioleitungen. Wenn das Mikrofon dort gelistet ist, sollte es deaktiviert sein, weil es sonst Rückkopplungen während der Aufnahme geben kann.
Analyzer Einstellungen
In dieser Einführung werden wir uns nicht mit den Analyzer Einstellungen befassen. Die nach der Installation voreingestellten Werte sollten für die meisten Zwecke erstmal ausreichen.
Eingangslautstärke und Pegelanzeige
Klicken Sie auf OK um die Einstellungen zu schließen und schauen Sie auf die Symbolleiste. Dort befinden sich drei Schieberegler. Der linke Regler bestimmt die Eingangslautstärke der Aufnahmequelle und ist gleichzeitig eine Pegelanzeige. Hier können Sie also die Empfindlichkeit der Aufnahme einstellen, und gleichzeitig die Stärke des aufgenommenen Signals überwachen. Wenn Sie nun ein paar Geräusche in Ihr Mikrofon machen, sollten Sie einen Ausschlag der Pegelanzeige sehen.
Es ist sehr wichtig, die Eingangslautstärke richtig einzustellen, damit der Analyzer ein optimales Ergebnis liefert. Wenn die Pegelanzeige in den roten Bereich kommt, sollten Sie die Eingangslautstärke reduzieren, oder den Abstand zum Mikrofon erhöhen. Am besten ist es, wenn die Anzeige im gelben Bereich bleibt:
| Eingangslautstärke zu niedrig: Analyzer Anzeige zeigt nur wenig Details an. | |
| Eingangslautstärke zu hoch: Durch die Übersteuerung wird der Analyzer Artefakte im Spektrum anzeigen (das ist viel schlimmer, als wenn die Aufnahme zu leise ist). | |
| Eingangslautstärke optimal: Die Aufnahme verwendet den vorhandenen Dynamikumfang ohne zu übersteuern. Mit dieser Einstellung zeigt der Analyzer die meisten Details an. |
Machen Sie ein paar Geräusche und stellen Sie die Eingangslautstärke ein, bis Sie ein starkes Eingangssignal erhalten, was jedoch noch nicht übersteuert ist.
Aufnahme
Nun können Sie mit der Aufnahme beginnen. Klicken Sie auf den roten Aufnahmeknopf auf der Symbolleiste oder drücken Sie Strg-Leertaste um die Aufnahme zu starten. Während der Aufnahme sollten Sie gelegentlich die Pegelanzeige beachten um sicherzustellen, daß die Eingangslautstärke richtig eingestellt ist.
Nun könnten Sie z.B. den Vokal 'A' singen und dabei mit der Tonhöhe hoch und runtergehen. Füllen Sie einen Bildschirm mit der Aufnahme und drücken Sie dann auf den Stop Knopf um die Aufnahme anzuhalten. Das sollte nun etwa so aussehen:

Auf der linken Seite der Analyzer Ansicht ist das Sonagramm. Es zeigt wie sich die Intensität (also die Lautstärke) der verschiedenen Tonhöhen mit der Zeit verändert. Auf der rechten Seite ist das Spektrum. Das ist ein Querschnitt vom Sonagramm zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wenn Sie den Mauszeiger über das Sonagramm bewegen, wird immer das Spektrum der jeweiligen Mauszeigerposition angezeigt.
Dynamikumfang einstellen (Helligkeit und Kontrast)
Sie haben bereits den linken Regler auf der Symbolleiste benutzt, um die Eingangslautstärke einzustellen. Die anderen beiden Regler stellen den dargestellten Dynamikumfang ein. Verschieben Sie beide Regler und beobachten Sie, was passiert. Der Helligkeitsregler verschiebt das Spektrum entlang der Intensitätsskala, während der Kontrastregler das Spektrum staucht oder auseinanderzieht.


Experimentieren Sie mit beiden Reglern um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sie die Anzeige beeinflussen.
Tonhöhe singen und messen
Versuchen Sie nun, einen bestimmten Ton zu singen. Klicken Sie auf das Textfeld eines Obertonschiebers, um den Ton zu spielen, der von diesem Schieber dargestellt wird:

Wenn Sie keinen Ton hören, überprüfen Sie daß die Lautsprecher an Ihrem Computer richtig angeschlossen sind und laut genug eingestellt sind. Wenn Sie den Ton hören können starten Sie eine neue Aufnahme und versuchen Sie, diesen Ton nachzusingen (bewegen Sie den Obertonschieber nach oben oder unten um einen Ton zu finden, der für Sie angenehm ist).
Versuchen Sie die Tonhöhe Ihrer Stimme so anzupassen daß Ihr Grundton genau auf dem Obertonschieber liegt:

Um zu sehen, wie genau Sie den Ton getroffen haben, halten Sie die Aufnahme an und ziehen Sie den Obertonschieber auf, so daß er die ersten paar Obertöne mit anzeigt. Vielleicht werden Sie sehen, daß ein paar Obertöne in Ihrer Stimme lauter waren als andere. In diesem Bild ist die zweite Harmonische viel lauter als die erste (also der Grundton). Die vierte Harmonische ist auch sehr laut, aber die dritte und fünfte Harmonische sind kaum hörbar. Verschieben Sie den Obertonschieber so, daß er genau auf den aufgenommenen Tönen liegt. Damit läßt sich die Tonhöhe des Grundtons sehr genau bestimmen.

In diesem Beispiel war der vorgegebene Ton die Note a mit einer Frequenz von 220Hz, und der aufgenommene Gesang hatte eine Grundfrequenz von 223Hz, was in diesem Fall einer Tonhöhenabweichung von 30 Cent entspricht. Allerdings hat die Stimme beim Singen immer ein bisschen Vibrato (also eine leichte Tonhöhenschwankung), deshalb muss man darauf achten, den Obertonschieber auf die Mitte des gesungenen Tons zu legen.
Zusammenfassung
Damit sind wir auch schon am Ende dieser Kurzanleitung. Sie haben gelernt, wie Sie mit Overtone Analyzer Ihre Stimme aufnehmen und visualisieren (diese Schritte können natürlich auch für Instrumente oder andere Klangquellen verwendet werden). Hier nochmal die wichtigsten Punkte zur Erinnerung:
- wählen Sie die gewünschte Aufnahmequelle (wie z.B. das Mikrofon) in den Audio Einstellungen aus
- achten Sie während der Aufnahme immer auf die Eingangspegelanzeige um sicherzustellen, daß die Aufnahme nicht übersteuert
- stellen Sie die Helligkeits- und Kontrastregler ein, um die sichtbaren Details im Sonagramm optimal anzupassen
- benutzen Sie die Obertonschieber um Töne abzuspielen und um Frequenzen und Obertöne zu messen